Evaluation des Kunstprojektes ‚“Wetterfernsehen & Telematische Skulptur der KZ-Gedenkstätte Neue Bremm’“

Ziel des Projektes ‚Wetterfernsehen & Telematische Skulptur der KZ-Gedenkstätte Neue Bremm‘ der Designerin Sandra Anstätt und des Künstlers Rolf Giegold war eine künstlerisch konzipierte Gesprächsanbahnung über die Saarbrücker KZ-Gedenkstätte an der Grenze zu Frankreich und ihre heutige Bedeutung. Über Monitore wurde ein Livebild der KZ-Gedenkstätte Neue Bremm in Form eines Wetterbildes, wie es teilweise von TV-Programmen ausgestrahlt wird, an acht Standorten in öffentlichen Gebäuden Saarbrückens übertragen. Die telematische Skulptur sollte den sozial wie urban ‚unterbelichteten‘ Ort am Stadtrand in die Stadtmitte bringen und somit Passanten einen Zugang zum Ort selbst eröffnen. Die medial wirksame künstlerische Vermittlungsstrategie bzw. Kommunikationskonzeption sollte – über den Ort und seine Geschichte hinausgehend – zum Nachdenken über die Folgen des Faschismus anregen.

Eine Evaluation des Projektes sollte Aufschluss darüber geben, inwieweit sich die Erwartungen der Projektautoren Anstätt und Giegold erfüllt haben und das Projekt die intendierten Wirkungen erreicht hat, d.h. inwieweit der Monitor bzw. das gezeigte Bild einen kommunikativen Prozess bei den Betrachtern ausgelöst hat. Von zentralem Interesse war hierbei die Frage nach der Wahrnehmung der Monitore durch Passanten an sich aber auch die Frage nach der Reaktion, die ausgelöst wurde.
Anhand einer empirischen Studie wurde gezeigt, dass ein Großteil der Personen, die einen der Monitore passiert hatten, diesen nicht nur sahen sondern auch inhaltlich korrekt wahrnahmen, wobei die Häufigkeit, mit der eine Person einen der Monitore passierte, einen Einfluss auf die Wahrnehmung hatte. In einem weiteren Schritt wurde gezeigt, dass die Monitore die intendierte Reaktion bewirkten: Viele der befragten Personen gaben an, sich bereits über den Monitor unterhalten zu haben.

Veröffentlichung:

Caspari, Alexandra, 2001: Wahrnehmung und Reaktion. Eine Evaluation des Projektes Wetterfernsehen, in: Haberl, H.G./Bohr, K.; Wetterfernsehen. Osfildern-Ruit: Crantz, S. 74-91

Beratung von IBQM bei der Evaluation der Beruflichen Qualifizierungsnetzwerke

Die „Initiativstelle Berufliche Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten“ (IBQM) im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) war ein Projekt, das mit Mitteln des BMBF im Rahmen des BQF-Programms (Berufliche Qualifizierung für Zielgruppen mit besonderem Förderbedarf) gefördert wurde. IBQM beriet und begleitete in Kooperation mit dem Projektträger Antragsteller, die im Rahmen des BQF-Programms innovative Modellprojekte initiierten. Diese Projekte sollten dazu beitragen, Angebote der Benachteiligtenförderung für die sehr heterogene Zielgruppe der Jugendlichen mit Migrationshintergrund weiterzuentwickeln. Ein Schwerpunkt war dabei das Bemühen um die Berücksichtigung der interkulturellen Dimension der Kompetenzfeststellung und -entwicklung bei der Zielgruppe im Handlungsfeld der betrieblichen und schulischen Berufsbildung.
Die Hauptaufgabe der IBQM zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für die berufliche Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten bestand in der Initiierung, Beratung und wissenschaftlichen Begleitung von lokalen und regionalen Kooperationsnetzwerken für die berufliche Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten (BQN). Das CEval beriet IBQM bei der Entwicklung und Umsetzung der prozessbegleitenden Evaluation der BQN. Darunter fielen im wesentlichen folgende Aufgaben: Unterstützung bei der Fertigstellung des BQN-Evaluationskonzeptes von IBQM, Input bei den Treffen des BQN-Evaluationsarbeitskreises, Unterstützung bei der Erarbeitung der Kriterienkataloge, Präsentationsformate und Indikatoren für die Umsetzung der mit den lokalen Evaluationsbeauftragten der BQN vereinbarten Etappen der prozessbegleitenden Evaluation, fachliche Beratung bei der Umsetzung der einzelnen Etappen (lokale Anwendung der Kriterien, Aussagekraft der Dokumentation und Plausibilität der Umsetzung).

Managing Diversity – Studie zu Aspekten eines ganzheitlichen Konzeptes für die familiengerechte Hochschule

Das Centrum für Evaluation (CEval) wurde vom AUDIT Familiengerechte Hochschule der Universität des Saarlandes (UdS) beauftragt, innerhalb des von der Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt der UdS sowie der Arbeitskammer des Saarlandes geförderten Forschungsvorhabens „Managing Diversity & Studie zu Aspekten eines ganzheitlichen Konzeptes für die familiengerechte Hochschule“ die sozialwissenschaftlichen Erhebungen zu unterstützen.

Zielsetzung des Projekts ist die Analyse und Weiterentwicklung einer familienbewussten Personalpolitik der UdS. Dafür sollten in mehreren Teilstudien die aktuelle Situation an der Universität erhoben und anschließend die Ergebnisse in passfähigen Maßnahmen praktisch umgesetzt werden. Diese Teilstudien umfassen Erhebungen zum Kinderbetreuungsbedarf von Beschäftigten und Studierenden, zur Vereinbarkeitsproblematik von Männern/Vätern, zum Begriff familienfreundliche Hochschule bei allen Mitgliedern der Universität und eine Befragung der Führungskräfte zum Thema Familienfreundlichkeit, wobei sowohl quantitative als auch qualitative Methoden der empirischen Sozialforschung eingesetzt wurden. Das CEval unterstützte das AUDIT Familiengerechte Hochschule hierbei, indem es bei der Entwicklung der Erhebungsinstrumente und Durchführung insbesondere der standardisierten Befragungen mitwirkte.

Eine vollständige Publikation der Ergebnisse in thematisch aufbereiteter und interpretativer Form ist in Vorbereitung für das Jahr 2007.

Evaluation des Verfahrens zur Erstsemesterauswahl des Cusanuswerkes

Das Cusanuswerk führt seit 2009 parallel zum bestehenden Grundauswahlverfahren ein neues Verfahren zur Stipendiat:innenauswahl, die sog. Erstsemesterauswahl, durch. Dieses komprimierte Verfahren, welches sich zum Zeitpunkt der Evaluation noch in der Pilotphase befand, soll einen deutlich früheren Zugang zur Förderung durch das Cusanuswerk ermöglichen. Nachdem drei Kohorten bei der Erstsemesterauswahl aufgenommener Stipendiaten den endgültigen Aufnahmeprozess durch die festen Gremien durchlaufen hatten, sollte das Erstsemesterauswahlverfahren evaluiert werden.

Aufgabe der seitens des Cusanuswerkes beauftragten Evaluation war die Bewertung der prognostischen Validität des Verfahrens. Dabei wurden das bisherige Grundauswahlverfahren und das neue Erstsemesterverfahren miteinander verglichen, indem die Teilnehmer:innen beider Verfahren mittels standardisierter Online-Befragungen befragt und vorhandene Daten und Dokumente analysiert werden.

Evaluation der Einführung eines Learning-Management-Systems CLIX CAMPUS

Gemäß der Ziel- und Leistungsvereinbarung über die Einführung eines Learning-Management-Systems an der Universität des Saarlandes zwischen der Landesregierung des Saarlandes vertreten durch das Ministerium für Bildung, Kultur und Wissenschaft und das Ministerium für Wirtschaft und der Universität des Saarlandes vom 22.12.2005 wurde an der Universität des Saarlandes das Learning-Management-System CLIX Campus ® eingeführt. Diese Einführung wurde vom Centrum für Evaluation mit einer formativen und summativen Evaluation unter Einbeziehung externer Sachverständiger begleitet.

Evaluation der Wolfgang Paul- und Sofja Kovalevskaja-Preisträgerprogramme

2001 förderte die Alexander von Humboldt-Stiftung mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) erstmalig das Wolfgang Paul- sowie das Sofja Kovalevskaja-Preisträgerprogramm. Ziel beider Preise ist es, dem Forschungsstandort Deutschland einen international sichtbaren Impuls zu geben, indem hervorragend qualifizierte jüngere Wissenschaftler aus aller Welt durch ein attraktives Angebot gewonnen werden, innovative und zukunftsweisende Forschungsvorhaben durchzuführen. Die beiden Preise wurden im Jahr 2001 an 43 Wissenschaftler/-innen vergeben, die an deutschen Gastinstituten Forschungsarbeiten durchführten. Im Mittelpunkt der Studie standen die Bewertungen der Forschungsaufenthalte durch die Preisträger sowie durch die Gastinstitute. Als Erhebungsmethoden zum Einsatz kamen hierbei neben Leitfadeninterviews mit ausgewählten Preisträgern und deren jeweiligen „Gastgebern“ eine Onlinebefragung aller Preisträger und Gastinstitutionen.

Evaluation der Siemens-DAAD-Master-Stipendien

Gegenstand des Projektes war die vom Deutschen Akademischen Austausch Dienst (DAAD) in Auftrag gegebene Verbleibstudie zu den beiden Stipendienprogrammen „Siemens / DAAD Scholarship Initiative for Young Engineers from Central and Eastern Europe“ und „DAAD – Siemens Scholarship Program ASIA 21st Century“. Im Rahmen der Stipendien wurde seit 1999 insgesamt 215 jungen IngenieurInnen aus 19 Ländern ein Master-Studium an einer deutschen Hochschule ermöglicht. Mit den Stipendienprogrammen verfolgten die Siemens AG und der DAAD zwei zentrale Ziele: einen Beitrag zur wissenschaftlichen und ökonomischen Entwicklung beider Regionen zu leisten und den Ausbau der Internationalität der deutschen Hochschulen zu unterstützen.
Die vom CEval durchgeführte Evaluation konzentrierte sich auf die akademischen und beruflichen Karriereverläufe der Stipendiaten im Anschluss an das Master-Studium. Mit Hilfe einer Online-Befragung aller Stipendiaten wurden die Wirkungen der Programme analysiert, so dass & kurz vor Abschluss der Förderungen in 2007 & eine Bilanz über deren Nutzen gezogen werden konnte.

EASY-ECO 2005-2010 – Evaluation of Sustainability

EASY-ECO 2005-2007 war eine Serie von sieben Veranstaltungen (drei Konferenzen und vier Trainingskurse), die bis Ende 2007 in Deutschland, Großbritannien, Österreich, Polen, Rumänien, der Slowakei und in Ungarn stattfand.
Thema der Veranstaltungsreihe war die Evaluation nachhaltiger Entwicklung. Dabei lag der Schwerpunkt unter anderem auf dem Austausch von praktischen
Erfahrungen und neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie der
Qualifizierung von Nachwuchswissenschaftlern und Nachwuchswissenschaftlerinnen insbesondere in den neuen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.
Zu den Veranstaltungen wurden mehr als 600 Personen aus Wissenschaft, Politik und Praxis als Teilnehmer erwartet. Das CEval organisierte dabei vom 11.10.-14.10.2006 eine Konferenz im Saarland. Diese war zugleich die einzige Veranstaltung zu EASY-ECO 2005-2007 in Deutschland. Die Veranstaltungsreihe EASY ECO 2005-2007 wurde gefördert durch die „Marie Curie Conferences and Training Courses“ innerhalb des Sechsten Rahmenprogramms der Europäischen Union. Aufgrund der dadurch vorhandenen
Fördermittel konnten NachwuchswissenschaftlerInnen die Übernahme sämtlicher Kosten für die Teilnahme an bis zu zwei Konferenzen und einem Trainingskurs beantragen.
Ausführliche Informationen über das Projekt EASY-ECO 2005-2007 und seine Ziele, die beteiligten Institutionen sowie Ihre Teilnahmemöglichkeiten finden Sie auf www.ceval.de/easyeco.

Evaluation des Kommunikations- und Informationssystem Berufliche Bildung

Im Auftrag des BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) arbeitet das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) am Aufbau eines Kommunikations- und Informationssystems für Berufliche Bildung (KIBB). Mit dem Projekt KIBB werden im Wesentlichen drei Ziele verfolgt, die im Rahmen bestehender Informations- und Kommunikationsstrukturen bisher nur unzureichend erfüllt werden konnten:

1. Die Hervorhebung der Bedeutung der Berufsbildungsforschung als wichtiger gesellschaftlicher Entwicklungsbereich;
2. der Aufbau eines professionellen Wissensmanagements in der Berufsbildung;
3. die stärkere Vernetzung von Berufsbildungsexperten und & -expertinnen.

KIBB nutzt bei der Verfolgung dieser Ziele in vielfältiger Weise die erweiterten Möglichkeiten, die im Zusammenhang mit Information und Kommunikation durch die Neuen Medien entstanden sind: Neben der Einrichtung einer online-gestützen Kommunikationsplattform ist u. a. der Aufbau einer internetbasierten Wissenslandkarte vorgesehen, die Informationen zur Berufsbildungsforschung zur selbständigen Recherche und Beantwortung von Fragen bereitstellt.

Die vom BIBB in Auftrag gegebene Evaluation des KIBB wurde prozessbegleitend durchgeführt, so dass also bei dieser Evaluation insbesondere formative und projektbezogene Aspekte im Vordergrund stehen.

Die methodische Konzeption der Evaluation basierte auf einem Analyse-Leitfaden, der in seiner Struktur auf der theoretischen Evaluationskonzeption des CEval beruhte und zu Beginn des Evaluationsvorhabens in enger Zusammenarbeit mit den Projektbeteiligten an die spezifischen Erfordernisse des Evaluationsvorhabens angepasst worden war. Während die Zielsetzungen und zu messenden Indikatoren von KIBB einen selbstverständlichen Bestandteil des Leitfadens bildeten, erhielt dieser darüber hinaus eine Reihe organisations- und diffusionstheoretisch begründeter Faktoren, die nach dem Stand der Forschung grundsätzliche Voraussetzungen für den Erfolg von Programmen und Projekten darstellten.

Die Messung der Indikatoren im Analyse-Leitfaden erfolgte im Sinne eines Panels zu drei Erhebungszeitpunkten, die sich über die gesamte Projektlaufzeit erstreckten. Die fortlaufende Anpassung und Weiterentwicklung des Erhebungs- und Untersuchungsdesigns wurde dabei als integrierter Bestandteil des Vorgehens betrachtet. Gemäß des formativen Charakters der Evaluation wurden die Ergebnisse der jeweiligen Erhebungen handlungsorientiert aufbereitet und dienten als Diskussionsgrundlage für jeweils einen Workshop unter Beteiligung der KIBB-Mitarbeiter. Die Dokumentation sowohl der Erhebungs- als auch der Diskussionsergebnisse der Workshops waren Bestandteile der Zwischenberichte.

Neben leitfadengestützten Interviews mit Projektmitarbeitern, weiteren Projektbeteiligten sowie Kunden des KIBB (z. B. Mitarbeiter des BMBF) kamen mit dem weiteren Verlauf des Projekts in der Evaluation standardisierte Nutzerbefragungen bei den Nutzern der internetbasierten Produkte von KIBB sowie Gruppendiskussionen zum Einsatz. Daneben erfolgte eine kontinuierliche Dokumentenanalyse.