Evaluation der internationalen Sur-Place-Stipendienprogramme der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. in ausgewählten Ländern

Die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) fördert mit Hilfe ihrer Stipendienprogramme die Aus- und Fortbildung von Fach- und Führungskräften aus Entwicklungsländern sowie aus den Transformationsstaaten Mittel- und Südosteuropas. Ziel der Maßnahme ist es, die Leistungsfähigkeit der lokalen Partnerorganisationen zu stärken und Persönlichkeiten zu fördern, die für die Projektarbeit wichtig sind bzw. von denen erwartet werden kann, dass sie als Multiplikatoren oder Stützpunkte wirken.
Aufgabe der Evaluation war eine Bewertung der internationalen Stipendienprogramme der Stiftung für den Förderzeitraum von 1998 bis 2006 und die Entwicklung handlungsorientierter Empfehlungen für den Einsatz des Programms in den kommenden Jahren. Hierfür wurden vier Länderfallstudien in Afrika (Südafrika), Asien (Vietnam und Kambodscha), Europa (Russland und Bosnien-Herzegowina) und Lateinamerika (Argentinien und Chile) durchgeführt. Die Evaluationsergebnisse wurden nicht nur in Form einzelner Fallstudien sondern auch vergleichend in einem zusammenfassenden Synoptischen Summary dokumentiert. Methodisch basiert die Evaluierung auf leitfadengestützten Intensivinterviews mit den Stipendiaten und Auslandsmitarbeitern in den Zielländern sowie mit den zuständigen Stiftungsmitarbeitern in Deutschland. Des Weiteren wurde eine Auswertung vorhandener Daten und Dokumente zum Projektverlauf vorgenommen.

Evaluation des Stipendienprogramms des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED)

Das Stipendienprogramm des EED hat die Aufgabe, kirchliche Partner und entwicklungsorientierte Nichtregierungsorganisationen in Entwicklungsländern bei der Fortbildung und Qualifizierung ihres Personals zu unterstützen. Hierfür werden Stipendien für ein entwicklungsbezogenes Postgraduiertenstudium in Deutschland, europäischen Ausland oder Entwicklungsländern an berufserfahrene Hochschul-/ Fachhochschulabsolventen aus Entwicklungsländern vergeben. Ferner werden die Stipendiaten bei der studienbedingten Integration und Orientierung mittels studienergänzender Seminarangebote begleitet. Neben der akademischen Qualifikation beziehen sich die Förderkriterien u.a. auf die Bedeutung des Studienvorhabens für die nachhaltige Entwicklung sowie den Auf- bzw. Ausbau von Bildungsstätten im Heimatland, Fragestellungen des konziliaren Prozesses für Frieden Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung etc. Seit Oktober 2003 ist das ehemalige Stipendienprogramm des Ökumenischen Studienwerks (ÖSW) Teil des EED in Bonn. Im Rahmen dieser Integration soll die Förderung berufserfahrener Nachwuchskräfte aus Entwicklungsländern enger mit den internationalen Programmen, der Personalvermittlung und dem Inlandsprogramm des EED verbunden werden. Ziel der Evaluation war die Untersuchung der Entwicklungsrelevanz des Stipendienprogramms des EED.
Der Schwerpunkt der Evaluation lag dabei auf den (beruflichen) Tätigkeiten der Stipendiaten nach Beendigung ihrer Ausbildung, ihrer Funktion als Multiplikatoren, und auf Ihrem „Wirken“, (insbesondere auch in Bezug auf Organisationsentwicklung und Zuwachs an Know-how in den Institutionen aus denen die Stipendiat(inn)en vermittelt werden). Der geographische Fokus der qualitativen Fallstudien lag auf Lateinamerika (Brasilien) und Ostafrika (Tansania/ Kenia), während die quantitative Befragung der ehemaligen Stipendiaten weltweit erfolgte.

Entwicklung eines Monitoring Systems im Projekt „Vocational Qualification and Employment Promotion in the Western Regions of China“

Im Rahmen des Auftrages wurde ein wirkungsorientierten Monitoringsystem mit den Projektverantwortlichen aufgebaut. U.a. wurde das Monitoringsystem konzipiert (inklusive Indikatorenformulierung, Planung der Datenerhebung), Mitarbeiter geschult, Datenerhebungsinstrumente entwickelt, Daten erhoben und ausgewertet für Management entscheidungen. Zudem wurde ein Handbuch für die Projektmitarbeiter verfasst, das sich detailliert mit den einzelnen Schritten im wirkungsorientierten Monitoring befasst.

Ex-Post Evaluation des GTZ-Projekts „Slumsanierung Nagpur, Indien“

Gegenstand der Evaluation war ein GTZ-Projekt zur Slumsanierung in Nagpur, Indien, das einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Slums und informellen Siedlungen Nagpurs leisten sollte. Der deutsche Beitrag war darauf ausgerichtet, die Stadt Nagpur darin zu unterstützten, eine eigenständige und nachhaltige Sanierungspolitik unter Beteiligung von Bewohnerorganisationen in den unterversorgten Siedlungen zu betreiben. Eines der wesentlichen Elemente der Zusammenarbeit sollte dabei die Bündelung lokaler Initiativen und bestehender nationaler oder regionaler Förderungsprogramme bewirken.

Hintergrund der Evaluation war die Einführung von Schluss- und Ex-Post Evaluationen bei der GTZ. Im Rahmen eines Pilotversuches werden zunächst 8 Evaluationen von Projekten zum Jahresthema der GTZ „Die Stadt von morgen“ durchgeführt.
Das hier evaluierte Projekt gehörte zu dieser Stichprobe. Die Evaluation sollte in erster Linie der Rechenschaftslegung dienen, darüber hinaus sollten die Erkenntnisse in das Wissensmanagement der GTZ einfließen und für die Weiterentwicklung von Konzepten und die Gestaltung künftiger Vorhaben genutzt werden.

Zentrale Fragestellung und Ziel der Evaluation war entsprechend fundierte Aussagen zum Erfolg des Projektes zu liefern, der auf der Grundlage vorgegebener Evaluationskriterien beschrieben und bewertet wurde. Diese waren die mit dem Vorhaben erreichten Wirkungen, die Effizienz der Mittelverwendung, die entwicklungspolitische Relevanz und Signifikanz, die Kohärenz sowie die Nachhaltigkeit der Wirkungen (in Anlehnung an OECD/DAC).
Ferner sollten die Evaluierungen bzgl. des ausgewählten entwicklungspolitischen Themas „Die Stadt von morgen“ Auskunft über weitere zusätzliche Fragen geben, die für die weitere Konzept- und Sektorentwicklung von Relevanz sind und auch eine vergleichende und übergreifende Aussage zu allen Evaluierungen ermöglichen sollen:

  1. Welchen Beitrag leistete das Vorhaben zur Erzielung von Wirkungen auf der Ebene der MDGs, insbesondere MDG 7, Teilziel 11?
  2. Welche Auswirkungen hatte der Mehrebenenansatz (Stadtteilebene, Gesamtstadtebene, übergeordnete Ebenen) und die Mehrdimensionalität des Vorhabens (technisch, sozial, räumlich, ökonomisch, ökologisch) auf die Nachhaltigkeit der Wirkungen des Vorhabens?
  3. Inwieweit gab es Synergieeffekte durch die Kombination von TZ und Finanzierung durch Dritte, welche Bedingungen waren hierfür ausschlaggebend?

Ein dritter Bearbeitungspunkt betraf das Konzept der Ex-post Evaluation, die Methodik und das Raster für die Erfolgsbewertung, was auf der Grundlage der Erfahrungen konstruktiv-kritisch bewertet werden sollte.